Umstritten: Ausbau der Windkraftwerke in Ganderkesee

Auf seiner Mitgliederversammlung am 9. März hat sich der SPD-Ortsverein Ganderkesee unter anderem auch mit dem Ausbau der Windenergie in Ganderkesee beschäftigt, insbesondere mit der Erweiterung des Windparks Grüppenbühren um ein 200m-Windrad, dem, so die Befürchtungen, im Zuge des „Repowerings“, weitere Großanlagen folgen könnten. Zu Grunde lag ein Antrag der Ortsgruppe Süd die in 2011 aufgehobene Höhenbegrenzung auf 100m wieder rückgängig zu machen.

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatten sowohl die SPD-Gemeinderatsfraktion wie auch die SPD Ortsgruppe Süd Vertreter der gegen die Erweiterung des Windparks protestierenden Anwohner zu sich eingeladen um sich deren Befürchtungen und Argumente anzuhören. Bei der Fraktion demonstrierten die Anwohner mit einem Modell eindrucksvoll  die Folgen der 200m hohen Windräder und untermauerten dies auch ausgiebig mit Informationen. Bei der Ortsgruppe fand eine angeregte sachliche Diskussion statt, aus der dann der vorliegende Antrag resultierte.

Auf der Mitgliederversammlung ergriff der Fraktionsvorsitzende Werner Brakmann das Wort und argumentierte, Untersuchungen des Infraschalls von Windkraftwerken  lägen noch gar nicht vor. Er riet die Ergebnisse solcher Untersuchungen abzuwarten.  Weiterhin verwies er darauf, dass man sich ja nach dem Ausbau des Windparks Sanauer Helmer dort über die Folgen hoher Anlagen informieren könne.

Deutlichere  Worte fand der Ortsvereinsvorsitzende Rolf Oetken „Die Bürgerinnen und Bürger wollen solche Windräder nicht. Die Orts und Heimatvereine haben gute Gründe gesammelt, worauf man hören sollte“.

Für die Antragsteller sprach anschließend der Ortsgruppenvorsitzende  Gustav Förster. Er betonte anfangs, die Windenergie sei zu Beginn ihrer Entwicklung vor Allem als kleinteilige Energieerzeugung gedacht gewesen, die dort Energie erzeugt wo Sie gebraucht wird. Anschließend verwies er darauf, dass es in Deutschland bereits jetzt zu gewissen Zeiten eine Überproduktion von Windenergie gäbe, die dann, weil jede Speichermöglichkeit fehle, zu Sonderpreisen bzw. ganz umsonst ins Ausland exportiert werden müsse. Insbesondre sei die Windenergie bei der Stromerzeugung nicht grundlastfähig da sie abhängig von der jeweiligen Windstärke zufällig und daher nicht planbar anfällt. Dieser Verkauf zu Sonderpreisen ins Ausland würde allerdings von den Haushalten der Bürger durch die EEG-Umlage finanziert würden. Durch die Privilegierung der Windenergie im EEG müssten darüber hinaus zu Zeiten hoher Windenergieproduktion andere Kraftwerke zurückgefahren werden, die dann auf Kosten der Stromkunden in unrentabler Niedrigleistung laufen. Darüber hinaus sieht er große Einschränkungen im Landschaftsbild der Gemeinde durch die doch sehr Wohnortnahen Windräder was zu befürchten lässt das Ganderkesee dadurch seinen Wert als Zuzugsgebiet für junge Familien verliert.  

Im Laufe der anschließenden Diskussion wurde auch darauf hingewiesen, das die einzigen Nutznießer des Ausbaus der Windenergie die  Betreiberfirmen und die Verpächter der Grundstücke wären auf denen die Windanlagen stehen. Das alles finanziert aus der EEG Umlage die die Verbraucher zahlen müssen.  Außerdem wurde darauf hingewiesen das eine Erweiterung des Windparks auf keinen Fall gegen den Willen der betroffenen Menschen erfolgen sollte.

Nach dieser Diskussion, in der eigentlich niemand ausdrücklich für den Ausbau des Windparks in Grüppenbühren plädierte,  sah sich die Versammlung trotz Allem außerstande einen Beschluss zu fassen und verwies den Antrag an das nächste Treffen des Ortsvereinsvorstandes der sich bis dahin noch weiter über das Für und Wider informieren will.

Gustav Förster