Advents-Kaffee der SPD-Senioren

Arbeitsgemeinschaft 60plus diskutiert beim Advent-Kaffee über aktuelle Politik und erinnert an Wiedergründung der SPD-Ortsvereine vor 70 Jahren

Wenn Senioren des SPD-Ortsvereins Großenkneten sich im „Alten Posthaus“ zum Advent treffen, wird auch über Politik diskutiert. Dieter Kreye, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft 60plus, hatte am Dienstag dazu den Kreisvorsitzenden Hermann Bokelmann eingeladen.

Gesprächsstoff gab es aktuell über die Parteitage von SPD und CDU: „Ich glaube nicht, dass bei einem Mitgliederentscheid 25 Prozent gegen Gabriel gestimmt hätten. Der Jubel bei der CDU, war zwar gute PR-Arbeit, entsprach aber auch nicht der Stimmung der Basis“, meinte Bokelmann.

Der Juso-Bundesvorsitzenden riet er: „Verteilt keine Zensuren, sondern diskutiert miteinander. Bei uns klappt es zwischen Jusos und 60plus“.

Zur Flüchtlingskrise habe die SPD im Landkreis bereits im Frühjahr gefordert: Waffenexporte stoppen, Krisengebiete befrieden, Fluchtursachen bekämpfen: „Schön, dass die Kanzlerin das jetzt auch sagt“, hieß es.

Schönreden helfe nicht weiter. Wer besorgt seine Meinung sage, dürfe nicht in die rechte Ecke gestellt werden. Gewalttätern müsse die Härte der Gesetze treffen, dafür sei Polizei und Justiz zuständig. Allen radikalen Parolen und Tendenzen müsse die Allgemeinheit entgegentreten, war Fazit der Diskussion

Bei Leiharbeit und Werkverträgen mahnte Bokelmann: „Es genügt nicht, dass nur Prälat Peter Kossen die Mängel anprangert, da fehlen Gesetze, die wir in Berlin einfordern müssen“.

Heinz Heinsen freute sich, dass die von ihm und 60plus vor sieben Jahren aufgestellten Forderungen zum Pflegebereich endlich Erfolg zeigen. Der Bund beschloss Verbesserungen der Pflegeversicherung. Das Land bereitet die Wiedereinführung der Ausbildungsplatzumlage vor.

Bokelmann erinnerte an 1946, als sich Sozialdemokraten, die in der Nazizeit gelitten hatten, bei der ersten Kommunalwahlen zur Verfügung stellten.

Laut alter Unterlagen der Friedrich-Ebert-Stiftung gab es am 31.12.1946 schon den SPD-Kreisverein mit 594 Mitglieder in neun Ortsvereinen.

In der jetzigen Gemeinde Großenkneten bestanden sogar drei SPD-Ortsvereine mit 60 Mitgliedern (Ahlhorn 7, Großenkneten 16 und Huntlosen 37). Auch fünfzehn Namen der Vorstandsmitglieder sind aufgeführt. Heinz Heinsen waren die meisten Namen bekannt: „Mehrere waren Heimatvertriebene, einer von ihnen wohnte etliche Jahre mit seiner Familie in einem Hühnerstall.“ Damit beschrieb er drastisch die damalige Notlage als Vergleich mit dem heutigen Wohlstand.

60plus-Kreisvorsitzender Hermann Bokelmann (rechts) war zu Gast beim Advent-Kaffee der SPD-Senioren.