Heinz-Jürgen Greszik steht künftig der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat vor

„Spannend“ findet es der SPD-Mann, Politik mitzugestalten. Zunächst war er Landwirt.

Landwirt sollte er werden. Radiofeinmechaniker wollte er werden. Verwaltungsbeamter wurde er. Der berufliche Werdegang von Heinz-Jürgen Greszik hatte viele Facetten. Bekannt ist der Dünsener in der Samtgemeinde Harpstedt allerdings weniger durch die Tätigkeiten, mit denen er seine Brötchen verdiente. Sondern durch das, was er nach Feierabend und am Wochenende machte beziehungsweise macht. Zum Beispiel für den SC Dünsen, den Heimatverein – oder im Gemeinde- und Samtgemeinderat. Am Dienstag wurde er zum künftigen Vorsitzenden der SPD-Fraktion des Samtgemeinderats gewählt.

Gresziks „erstes Leben“ spielt in der Landwirtschaft. 1948 in Bassum geboren, verbrachte er die Kindheit und Jugend auf dem kleinen elterlichen Hof in Kätingen, machte die Ausbildung zum Landwirtschaftlichen Gehilfen, wurde Staatlich geprüfter Wirtschafter. Erst bei der Bundeswehr (ab 1968) kam die Zäsur: Greszik wollte nicht (mehr) Landwirt werden. „Meine Eltern waren stinksauer.“

Mit der Bundeswehr, so sagt er heute, „begann mein Berufsleben im Öffentlichen Dienst“. Begünstigt durch seine Tätigkeit in der Materialwirtschaft, später in der Logistik („ich hatte selten den grünen Anzug an, war eher mit Schlips unterwegs“), holte er Ausbildungen nach. Er büffelte Englisch, absolvierte den Verwaltungslehrgang I, erlangte die Fachhochschulreife – oder auch den Lkw- und den Motorradführerschein.

Und: Greszik wurde politisch. „Die 68er-Bewegung hat mich begeistert.“ Die neue Ostpolitik eines Willy Brandt, das war für ihn die Alternative zum Kalten Krieg („der war schon ein dunkles Kapitel“).

1981 – Greszik war mittlerweile verheiratet, zweifacher Vater und mit der Familie nach Dünsen gezogen – verabschiedete er sich von der Bundeswehr. Sein neuer Brötchengeber: der Landkreis Diepholz, wo er zunächst als „Beamter auf Widerruf“ eingestellt war und parallel das Studium zum Diplom-Verwaltungswirt absolvierte. Bis zur Pensionierung (2013) war er Mitarbeiter des Landkreises, zuletzt als Amtsrat.

Seit 1986 bekennt Greszik parteipolitisch Farbe – er trat in die SPD ein. „Diese Partei muss von den Menschen, die sie tragen, hochgehalten werden“, wirbt er. Das Eintreten für soziale Gerechtigkeit sei allemal ein lohnendes Ziel.

„Spannend“ findet es Greszik, als langjähriger Kommunalbeamter in einem anderen Landkreis Politik mitzugestalten. „Man hat das Fachwissen und kann es anbringen. Manchmal zum Ärger der Verwaltung“, grinst er.