Gülleüberschuss drosseln – nicht kleinreden!

 
Foto: Renate Strang
 

Der neue „Nährstoffbericht Niedersachsen“, der besagt, dass in Weser-Ems zu viel Gülle auf die Felder gebracht wird, führte am Mittwoch zur Diskussion im SPD-Kreisvorstand. Begrüßt wurde, dass Landwirtschaftsministerin Otte-Künast das Problem erkannt hat und deutlich erklärt: „Hier gibt es nichts zu beschönigen“.

 

Die Sozialdemokraten im Landkreis und ihr Vorsitzender und Landtagsabgeordneter Axel Brammer hoffen, dass das Problem vor Ort nicht wieder klein geredet wird. Sie fordern, dass das Land daraus auch Konsequenzen zieht und wirksame Auflagen und Kontrollmechanismen beschließt.

Da die Ministerin die Stallgrößen wegen des Bestandsschutzes  nicht anfassen will um die Güllemenge zu reduzieren, erwartet die SPD, dass die Kreisverwaltung bei neuen Stallbauvorhaben darauf achtet, dass die Betriebe sich an der Obergrenze von zwei Großvieheinheiten (GV) pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche halten. Im Landkreis Vechta ist sie mit 3,64 GV bereits erheblich überschritten. Die Kommunikation unter den Landkreisen muss außerdem verbessert werden.

Wie extrem drastisch die Lage in Weser-Ems ist wird daran deutlich, dass in Weser-Ems mehr Stickstoff produziert wird, als in den drei anderen Regionen in Niedersachsen. Daher will die Ministerin, dass die überschüssige Gülle dorthin gebracht wird, wo noch Bedarf ist. Dazu fordern die Sozialdemokraten stärkere und genauere Kontrollen der Güllehändler.

In Weser-Ems benötigt die intensive Tierhaltung für Entsorgung der Gülle und den Futteranbau dringend Flächen. Das treibt die Preise in die Höhe. In Weser-Ems ist der Acker etwa fünfmal so teuer wie in Lüchow-Dannenberg. Das wirkt sich auch auf den Wohnungsbau kosten treibend aus.

Die neue Düngeverordnung verstärkt den Druck auf die Landwirte, eine Lösung für überschüssige Nährstoffe zu finden. Der Landkreis sollte trotzdem die bisherigen Grundwassermessungen verstärken. Die seit zehn Jahren steigenden Nitratwert bilden eine große Gefahr für unser bisher gutes Trinkwasser.

Weiter hieß es im Bericht Naturschutz, dass nicht nur über Blühstreifen diskutiert werde solle, sondern die Gemeinde Hude ein gutes Beispiel für alle Gemeinden gebe, indem sie Landwirte für zur Verfügung gestellte Flächen entschädigt.

Außerdem könne jeder Gartenbesitzer etwas gegen Insektensterben tun: „Statt weißer Kieselsteinchen blühenden Blumen und Büschen Platz geben.“

 
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