Erin­nern heißt Ver­ant­wor­tung über­neh­men

SPD Hat­ten gedenkt am 8. Mai der Opfer von Krieg und Gewalt­herr­schaft

Am Abend des 8. Mai 2026 hat die SPD Hat­ten an den Kriegs­grä­bern bei der St.-Ansgari-Kirche in Kirch­hat­ten an das Ende des Zwei­ten Welt­kriegs und die Befrei­ung vom Natio­nal­so­zia­lis­mus erin­nert. Gemein­sam mit Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat Ger­rit Edel­mann leg­ten Mit­glie­der des Orts­ver­eins ein Gesteck am Frie­dens­denk­mal nie­der.

Der Ort des Geden­kens macht Geschich­te greif­bar. Zwi­schen den Grä­bern, den Namen und auch den vie­len Namen­lo­sen wird deut­lich, dass der Krieg nicht nur ein fer­nes his­to­ri­sches Ereig­nis war. Er hat auch in Hat­ten tie­fe Spu­ren hin­ter­las­sen – vor unse­rer Haus­tür, auf unse­ren Fel­dern, in unse­ren Wäl­dern und Stra­ßen.

In sei­ner Anspra­che erin­ner­te Ger­rit Edel­mann dar­an, dass der Zwei­te Welt­krieg in Euro­pa zwar vor 81 Jah­ren mit der bedin­gungs­lo­sen Kapi­tu­la­ti­on der deut­schen Wehr­macht ende­te, das Leid für vie­le Men­schen aber noch bis in die letz­ten Kriegs­ta­ge anhielt. Auch nach dem Tod Adolf Hit­lers am 30. April 1945 wur­de wei­ter­ge­kämpft. Ende April 1945 wur­de Kirch­hat­ten zum Schau­platz ver­zwei­fel­ter Gefech­te – obwohl der Krieg längst ent­schie­den war.

Mehr als 70 deut­sche Sol­da­ten, etwa 20 kana­di­sche Sol­da­ten und min­des­tens 12 Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner kamen hier ums Leben. Häu­ser brann­ten, Fami­li­en such­ten Schutz, Men­schen wur­den ver­letzt und trau­ma­ti­siert. Vie­le Schick­sa­le die­ser Tage sind bis heu­te nicht voll­stän­dig erzählt.

Beson­ders erin­ner­te Edel­mann auch an das Leid der Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangs­ar­bei­ter. Men­schen aus Polen, Frank­reich und vie­len ande­ren Län­dern wur­den auch in unse­rer Gemein­de ent­rech­tet, aus­ge­beu­tet und unmensch­lich behan­delt. Eini­ge von ihnen fan­den hier den Tod – fern ihrer Hei­mat und fern ihrer Fami­li­en. Auch ihre Geschich­ten gehö­ren zu unse­rer Geschich­te.

Der 8. Mai ist des­halb nicht nur ein Tag des Geden­kens an das Ende eines Krie­ges. Er ist ein Tag der Befrei­ung: von der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Gewalt­herr­schaft, von Ter­ror und sys­te­ma­ti­scher Men­schen­ver­ach­tung. Die­se Befrei­ung war die Vor­aus­set­zung für das, was wir heu­te oft als selbst­ver­ständ­lich anse­hen: Frie­den, Demo­kra­tie und Frei­heit.

Doch selbst­ver­ständ­lich ist all das nicht. Erin­ne­rung ist kei­ne rück­wärts­ge­wand­te Pflicht­übung. Sie ist eine Auf­ga­be für Gegen­wart und Zukunft. Gera­de in einer Zeit, in der Krieg nach Euro­pa zurück­ge­kehrt ist und Hass, Het­ze und Aus­gren­zung wie­der lau­ter wer­den, bleibt die Erin­ne­rung unver­zicht­bar.

Wenn die letz­ten Zeit­zeu­gin­nen und Zeit­zeu­gen nicht mehr unter uns sind, liegt es an uns, ihre Geschich­ten wei­ter­zu­tra­gen. Damit das Wis­sen nicht ver­blasst. Damit das Bewusst­sein bleibt. Und damit klar bleibt: Nie wie­der darf sich sol­ches Unrecht wie­der­ho­len.

Mit der Nie­der­le­gung des Gestecks setz­te die SPD Hat­ten ein Zei­chen für Frie­den, Mensch­lich­keit und Ver­ant­wor­tung. Der 8. Mai mahnt uns, ein­zu­ste­hen für ein respekt­vol­les Mit­ein­an­der – hier in unse­rer Gemein­de und dar­über hin­aus.

Im Anschluss an die Anspra­che gedach­ten die Anwe­sen­den der Opfer in einer Schwei­ge­mi­nu­te.

Unse­re Bot­schaft bleibt: Nie wie­der Krieg, nie wie­der Unfrei­heit. Statt­des­sen Demo­kra­tie, Zusam­men­halt und Respekt.

Unse­re Abge­ord­ne­ten

Tele­fon 04221 152120 — E‑Mail buero.delmenhorst@spd.de — Adres­se: Arthur-Fit­ger-Stra­ße 10 — 27749 Del­men­horst

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