Im Rah­men unse­rer Besuchs­rei­he waren die Kan­di­die­ren­den der SPD Gan­der­ke­see in die­ser Woche zu Gast bei Dirk Fischer in Alms­loh. Der staat­lich geprüf­te Huf­be­schlag­schmied, Jäger und Betrei­ber eines regio­na­len Wild­han­dels nahm sich viel Zeit, um uns sei­nen Betrieb, sei­nen beruf­li­chen Wer­de­gang und die Beson­der­hei­ten sei­ner täg­li­chen Arbeit näher­zu­brin­gen.

Schon zu Beginn des Besu­ches wur­de deut­lich, dass der Beruf des Huf­schmieds weit mehr ist, als vie­le Men­schen ver­mu­ten. Dirk Fischer berich­te­te offen von sei­nem per­sön­li­chen Wer­de­gang und davon, dass der Weg zum staat­lich geprüf­ten Huf­be­schlag­schmied damals wie heu­te anspruchs­voll ist. Die Aus­bil­dung erfor­dert neben umfang­rei­chen hand­werk­li­chen Fähig­kei­ten auch ein gro­ßes Wis­sen über Ana­to­mie, Bio­me­cha­nik und die Gesund­heit der Pfer­de. Regel­mä­ßi­ge Fort­bil­dun­gen gehö­ren eben­so selbst­ver­ständ­lich dazu wie die enge Zusam­men­ar­beit mit Tier­ärz­ten. Nur so kann für jedes Pferd die indi­vi­du­ell bes­te Lösung gefun­den wer­den.

Wäh­rend unse­res Rund­gangs erläu­ter­te Dirk Fischer anschau­lich, wie viel­sei­tig sei­ne Arbeit ist. Jeder Huf ist anders und jedes Pferd stellt ande­re Anfor­de­run­gen. Ob Freizeit‑, Sport- oder Arbeits­pferd – jeder Beschlag wird indi­vi­du­ell ange­passt. Dabei ver­bin­det das Huf­schmie­de­hand­werk tra­di­tio­nel­les Schmie­de­hand­werk mit moder­nem Fach­wis­sen und neu­es­ten vete­ri­när­me­di­zi­ni­schen Erkennt­nis­sen. Beson­ders beein­dru­ckend war dabei die Lei­den­schaft, mit der Dirk Fischer über sei­nen Beruf sprach und wie wich­tig ihm das Wohl der Tie­re ist.

Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer nutz­ten die Gele­gen­heit, zahl­rei­che Fra­gen zu stel­len. Dabei ent­wi­ckel­te sich ein leben­di­ger Aus­tausch über die Aus­bil­dung, den Arbeits­all­tag, den Umgang mit den Tie­ren und die Her­aus­for­de­run­gen eines Beru­fes, den vie­le Men­schen zwar ken­nen, über den jedoch nur weni­ge wirk­lich etwas wis­sen. Gera­de die­se offe­nen Gesprä­che machen unse­re Besuchs­rei­he so wert­voll.

Neben dem Huf­be­schlag stell­te Dirk Fischer uns auch sei­nen Wild­han­del vor. Als pas­sio­nier­ter Jäger ver­mark­tet er regio­na­les Wild­fleisch und erklär­te aus­führ­lich, wel­che Schrit­te not­wen­dig sind, bis ein hoch­wer­ti­ges Lebens­mit­tel beim Kun­den ankommt. Von der tier­schutz­ge­rech­ten Jagd über die fach­ge­rech­te Ver­ar­bei­tung bis hin zu umfang­rei­chen Hygiene‑, Doku­men­ta­ti­ons- und Kon­troll­vor­schrif­ten unter­liegt jeder Arbeits­schritt kla­ren gesetz­li­chen Rege­lun­gen.

Im Gespräch wur­de deut­lich, dass es nicht immer ein­fach ist, ein Hob­by zum Beruf zu machen. Wer – wie Dirk Fischer – höchs­te Ansprü­che an Qua­li­tät, Nach­hal­tig­keit und den respekt­vol­len Umgang mit den Tie­ren hat, muss gleich­zei­tig zahl­rei­che gesetz­li­che Vor­ga­ben und büro­kra­ti­sche Anfor­de­run­gen erfül­len. Sein Anspruch ist es, die­se Vor­ga­ben kon­se­quent ein­zu­hal­ten und sei­nen Kun­din­nen und Kun­den ein hoch­wer­ti­ges regio­na­les Pro­dukt anzu­bie­ten. Dass dies viel Zeit, Enga­ge­ment und Orga­ni­sa­ti­on erfor­dert, wur­de wäh­rend des Gesprä­ches ein­drucks­voll deut­lich.

Beson­ders gefreut hat uns auch, das Fleck­chen Erde von Dirk Fischer und sei­ner Frau Nina in Alms­loh ken­nen­zu­ler­nen. Sol­che Besu­che zei­gen immer wie­der, wel­che außer­ge­wöhn­li­chen Unter­neh­men und Per­sön­lich­kei­ten es in unse­rer Gemein­de gibt. Mit dem Huf­schmie­de­hand­werk durf­ten wir dies­mal einen Beruf ken­nen­ler­nen, der nur von weni­gen Men­schen aus­ge­übt wird und ech­tes hand­werk­li­ches Kön­nen, jahr­zehn­te­lan­ge Erfah­rung und eine gro­ße Ver­ant­wor­tung für das Wohl der Tie­re ver­eint.

Genau das möch­ten wir mit unse­rer Besuchs­rei­he errei­chen. Wir wol­len hin­ter die Kulis­sen bli­cken und Men­schen ken­nen­ler­nen, deren Arbeit für unse­re Gemein­de wich­tig ist, die aber häu­fig nicht im Mit­tel­punkt der öffent­li­chen Wahr­neh­mung ste­hen. Ein Huf­schmied ist dafür ein her­vor­ra­gen­des Bei­spiel. Sei­ne Dienst­leis­tun­gen wer­den nur von einem ver­gleichs­wei­se klei­nen Kun­den­kreis benö­tigt, sind für Pfer­de­hal­te­rin­nen und Pfer­de­hal­ter jedoch unver­zicht­bar. Gleich­zei­tig gibt es vie­le wei­te­re spe­zia­li­sier­te Betrie­be in Gan­der­ke­see, die tag­täg­lich her­vor­ra­gen­de Arbeit leis­ten und oft­mals im Ver­bor­ge­nen wir­ken.

Mit unse­ren Betriebs­be­su­chen möch­ten wir genau die­sen Unter­neh­men eine Büh­ne geben. Wir möch­ten erfah­ren, was sie bewegt, wel­che Her­aus­for­de­run­gen sie bewäl­ti­gen müs­sen und wel­che Ideen sie für die Zukunft haben. Nur durch den direk­ten Aus­tausch kön­nen wir ihre Anlie­gen ver­ste­hen und als Kom­mu­nal­po­li­ti­ker mit­neh­men. Gleich­zei­tig möch­ten wir zei­gen, wie viel­fäl­tig, inno­va­tiv und leis­tungs­fä­hig die Betrie­be in unse­rer Gemein­de sind.

Unser herz­li­cher Dank gilt Dirk Fischer für sei­ne Gast­freund­schaft, die offe­ne Gesprächs­at­mo­sphä­re und die vie­len span­nen­den Ein­bli­cke in sei­nen außer­ge­wöhn­li­chen Berufs­all­tag. Wir haben viel über ein tra­di­ti­ons­rei­ches Hand­werk, die regio­na­le Wild­ver­mark­tung und die täg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen eines selbst­stän­di­gen Unter­neh­mers gelernt. Der Besuch hat ein­mal mehr gezeigt, wie berei­chernd der per­sön­li­che Aus­tausch mit den Men­schen vor Ort ist – und dass sich hin­ter vie­len Hof­to­ren und Werk­stät­ten span­nen­de Geschich­ten, beein­dru­cken­des Fach­wis­sen und viel Lei­den­schaft

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