Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die SPD Ganderkesee gemeinsam mit Bürgermeister Ralf Wessel die Firma Detlev Precht Automotive GmbH & Co. KG im Gewerbegebiet Ganderkesee-West. Geschäftsführer Oliver Heyer führte die Besucherinnen und Besucher persönlich durch das Unternehmen und gab spannende Einblicke in die Entwicklung des Betriebs, den internationalen Handel sowie in den außergewöhnlich nachhaltigen Neubau.
Oliver Heyer, gebürtiger Ganderkeseer, hat das traditionsreiche Unternehmen im Jahr 2012 übernommen und konsequent weiterentwickelt. Heute beschäftigt die Firma zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist auf den weltweiten Export von Kfz-Ersatzteilen spezialisiert. Zu den wichtigsten Absatzmärkten gehören insbesondere Japan, Südkorea, Taiwan und weitere Länder in Asien sowie Nordamerika. Dabei wurde deutlich, dass der internationale Handel weit mehr ist als der Versand von Waren. Persönliche Beziehungen, gegenseitiges Vertrauen und das Verständnis unterschiedlicher Kulturen bilden die Grundlage des langjährigen Geschäftserfolgs. So berichtete Heyer, dass er mehrfach nach Japan reisen musste, bevor der erste Auftrag zustande kam – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wichtig langfristige Partnerschaften im internationalen Handel sind.
Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs war die Besichtigung des neuen Unternehmensstandortes. Erst im vergangenen Jahr zog die Firma von Delmenhorst nach Ganderkesee um und errichtete im Gewerbegebiet einen Neubau, der in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe setzt. Die rund 1.300 Quadratmeter große Halle wurde nahezu vollständig in Holzrahmenbauweise errichtet und besitzt eine Fassade aus regionaler Douglasie aus dem Hasbruch. Durch die Verwendung nachhaltiger Baustoffe, modernster Dämmtechnik und einer intelligenten Gebäudeplanung entstand ein nahezu klimaneutraler Unternehmensstandort.
Beeindruckend waren vor allem die Zahlen zur Energieversorgung. Zwei Wärmepumpen mit jeweils zwölf Kilowatt Leistung sowie eine Photovoltaikanlage reichen aus, um die gesamte Halle inklusive Bürotrakt zu versorgen. Bereits im Februar – mitten in der Heizperiode – konnte überschüssiger Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die monatlichen Energiekosten liegen nach Angaben von Oliver Heyer lediglich bei rund 150 bis 200 Euro. In vergleichbaren Industriehallen würden häufig Kosten von mehreren tausend Euro pro Monat entstehen. Trotz höherer Baukosten rechnet sich das nachhaltige Konzept nach Einschätzung des Unternehmers bereits nach wenigen Jahren.
Während des Rundgangs erläuterte Oliver Heyer außerdem die logistischen Anforderungen seines Unternehmens. Autoteile werden weltweit verschifft – überwiegend per Container über den Hamburger Hafen. Dank optimal geplanter Lager- und Verladeflächen kann ein 40-Fuß-Container innerhalb kurzer Zeit vollständig beladen werden. Für besonders eilige Lieferungen nutzt das Unternehmen sogar Linien- und Ferienflugzeuge, wenn Größe und Gewicht der Sendungen dies zulassen.
Neben der Unternehmensentwicklung standen auch aktuelle wirtschaftliche Themen im Mittelpunkt des Austauschs. Diskutiert wurden die Situation der internationalen Automobilbranche, globale Lieferketten, die Bedeutung regionaler Unternehmen für den Wirtschaftsstandort Ganderkesee sowie nachhaltiges Bauen im Gewerbebereich. Oliver Heyer berichtete offen über die Herausforderungen während der Bauphase, insbesondere über langwierige Genehmigungsverfahren, machte aber zugleich deutlich, dass sich die Investition in nachhaltiges Bauen langfristig sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich auszahlt.
Für die SPD Ganderkesee war der Besuch ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wirtschaftlicher Erfolg, Innovationskraft und Nachhaltigkeit miteinander verbunden werden können.
Fraktionsvorsitzender Marcel Dönike zeigte sich beeindruckt von dem zukunftsorientierten Gesamtkonzept:
„Das Unternehmen zeigt eindrucksvoll, dass wirtschaftlicher Erfolg und konsequente Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind. Solche Betriebe stärken unseren Wirtschaftsstandort, schaffen qualifizierte Arbeitsplätze und können Vorbild für zukünftige Unternehmensansiedlungen – beispielsweise im geplanten Gewerbepark an der Welse – sein.“
Auch Bürgermeister Ralf Wessel begrüßte die Ansiedlung ausdrücklich und betonte die Bedeutung innovativer Unternehmen für die Gemeinde. Sie schaffen Arbeitsplätze, investieren langfristig in den Standort und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Mit vielen neuen Eindrücken endete der Unternehmensbesuch. Die SPD Ganderkesee bedankt sich herzlich bei Oliver Heyer und seinem Team für die offene Gastfreundschaft, die spannende Führung sowie den intensiven Austausch. Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, dass Ganderkesee ein attraktiver Standort für innovative und nachhaltige Unternehmen ist – und dass wirtschaftliche Entwicklung und verantwortungsvolles Handeln erfolgreich Hand in Hand gehen können.

