Betreff: Antrag der SPD-Frak­ti­on auf Durch­füh­rung einer Son­der­sit­zung des Aus­schus­ses für Infra­struk­tur und Mobi­li­tät

Sehr geehr­ter Herr Bür­ger­meis­ter,

die SPD-Frak­ti­on bean­tragt, unmit­tel­bar nach der Som­mer­pau­se eine Son­der­sit­zung des Aus­schus­ses für Infra­struk­tur und Mobi­li­tät ein­zu­be­ru­fen.

Tages­ord­nungs­punkt

Flug­zeug­ab­sturz in Gan­der­ke­see – Infor­ma­ti­on über den aktu­el­len Sach­stand, die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen des Flug­be­triebs sowie mög­li­che Kon­se­quen­zen für die Sicher­heit der Bevöl­ke­rung.

Hier­zu sol­len neben der Ver­wal­tung auch Ver­tre­ter der zustän­di­gen Luft­fahrt­be­hör­den sowie der Betrei­ber des Flug­plat­zes Gan­der­ke­see ein­ge­la­den wer­den. Sofern es im Rah­men der lau­fen­den Ermitt­lun­gen mög­lich ist, soll­te auch die Bun­des­stel­le für Flug­un­fall­un­ter­su­chung über den aktu­el­len Stand der Unter­su­chun­gen berich­ten.

Begrün­dung

Der Absturz eines Klein­flug­zeu­ges in ein Wohn­haus in Gan­der­ke­see hat die Men­schen in unse­rer Gemein­de tief erschüt­tert. Zwei Men­schen ver­lo­ren dabei ihr Leben. Die Unfall­ur­sa­che wird der­zeit durch die zustän­di­gen Behör­den unter­sucht. Die­se Ermitt­lun­gen müs­sen selbst­ver­ständ­lich unab­hän­gig erfol­gen und dür­fen nicht durch poli­ti­sche Spe­ku­la­tio­nen beein­flusst wer­den.

Unab­hän­gig von der spä­ter fest­zu­stel­len­den Unfall­ur­sa­che besteht jedoch ein berech­tig­tes öffent­li­ches Inter­es­se dar­an, die Rah­men­be­din­gun­gen des Flug­be­trie­bes rund um den Flug­platz Gan­der­ke­see trans­pa­rent dar­zu­stel­len und mög­li­che Kon­se­quen­zen für die Sicher­heit der Bevöl­ke­rung zu erör­tern.

In den Medi­en wur­de berich­tet, dass unter ande­rem geprüft wer­de, ob der Pilot mög­li­cher­wei­se von der vor­ge­schrie­be­nen Platz­run­de abge­wi­chen sei. Die SPD-Frak­ti­on hat bereits in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach Gesprä­che mit den Betrei­bern des Flug­plat­zes über Flug­lärm und Flug­be­we­gun­gen geführt. Dabei wur­de wie­der­holt erklärt, dass die Betrei­ber nur ein­ge­schränk­te Ein­fluss­mög­lich­kei­ten auf die Ein­hal­tung der Platz­run­de durch die Pilo­tin­nen und Pilo­ten hät­ten.

Zahl­rei­che Bür­ge­rin­nen und Bür­ger – dar­un­ter auch Mit­glie­der unse­rer Frak­ti­on – beob­ach­ten seit län­ge­rer Zeit, dass ins­be­son­de­re Schu­lungs­flug­zeu­ge und Hub­schrau­ber regel­mä­ßig über bewohn­te Berei­che der Gemein­de flie­gen. Die­se Wahr­neh­mung sorgt nach dem tra­gi­schen Unglück für zusätz­li­che Ver­un­si­che­rung.

Die Gemein­de Gan­der­ke­see soll­te des­halb die Sor­gen der Bevöl­ke­rung ernst neh­men und in einer öffent­li­chen Aus­schuss­sit­zung trans­pa­rent über die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen infor­mie­ren.

Dabei sol­len ins­be­son­de­re fol­gen­de Fra­gen beant­wor­tet wer­den:

- Ist die ver­öf­fent­lich­te Platz­run­de für Pilo­tin­nen und Pilo­ten ver­bind­lich oder han­delt es sich ledig­lich um eine Emp­feh­lung?

- Wer über­wacht die Ein­hal­tung der Platz­run­de und wel­che Behör­den sind hier­für zustän­dig?

- Wel­che Kon­se­quen­zen oder Sank­tio­nen dro­hen bei einem unbe­grün­de­ten Abwei­chen von der Platz­run­de?

- Gel­ten für Flug­schu­len auf­grund der Viel­zahl an Aus­bil­dungs­flü­gen beson­de­re Vor­ga­ben oder Ver­fah­ren?

- Gel­ten für Hub­schrau­ber ande­re An- und Abflug­re­ge­lun­gen als für Flä­chen­flug­zeu­ge?

- Wel­che Mög­lich­kei­ten haben Flug­platz­be­trei­ber, auf die Ein­hal­tung der Platz­run­de und ande­rer Sicher­heits­vor­schrif­ten hin­zu­wir­ken?

- Sind der Gemein­de­ver­wal­tung Beschwer­den über Flug­lärm oder Flug­be­we­gun­gen über Wohn­ge­bie­ten bekannt und wie wur­de bis­lang damit umge­gan­gen?

- Gibt es Erkennt­nis­se über die Ent­wick­lung der Flug­be­we­gun­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, ins­be­son­de­re im Bereich von Schu­lungs­flü­gen?

- Bestehen Mög­lich­kei­ten, An- und Abflug­ver­fah­ren so anzu­pas­sen, dass Wohn­ge­bie­te künf­tig mög­lichst wenig über­flo­gen wer­den?

- Wel­che Maß­nah­men kön­nen Gemein­de, Flug­platz­be­trei­ber und zustän­di­ge Luft­fahrt­be­hör­den gemein­sam ergrei­fen, um die Sicher­heit der Bevöl­ke­rung wei­ter zu erhö­hen und das Ver­trau­en der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu stär­ken?

Die SPD-Frak­ti­on stellt aus­drück­lich klar, dass die­ser Antrag nicht auf eine Schlie­ßung des Flug­plat­zes abzielt. Eben­so soll den lau­fen­den Ermitt­lun­gen nicht vor­ge­grif­fen wer­den. Ziel ist viel­mehr eine sach­li­che und trans­pa­ren­te Auf­ar­bei­tung der recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen sowie die Prü­fung mög­li­cher Ver­bes­se­run­gen im Inter­es­se der Sicher­heit der Bevöl­ke­rung.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Ulf Moritz

Unse­re Abge­ord­ne­ten

Tele­fon 04221 152120 — E‑Mail buero.delmenhorst@spd.de — Adres­se: Arthur-Fit­ger-Stra­ße 10 — 27749 Del­men­horst

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